Energie & Umwelt

Christian Berwanger kontrolliert das Energiemanagement des Hotels

Tief musste man schon damals in den "Grünten" hinein und nicht nur dort sind die Hinterlassenschaften des Allgäuer Bergbaus noch bestens nachvollziehbar. Auch Christian Berwanger vom Obermaiselsteiner 4-Sterne-Hotel "Berwanger Hof" musste tief in den Berg graben, allerdings nicht um unter dem Hotel verborgene Schätze zu finden, sondern um die Technik für sein Blockheizkraftwerk auf begrenztem Raum unterbringen zu können. Zum Glück gab es die Pläne schon beim Bau des Wellness-Centers "Alpenspa" und so entstanden unter dem neuen Pool zwei vorsorglich angelegte Stockwerke für Schwimmbadtechnik und alternative Energieversorgung mit höchst komplexen Steuerungselementen.
Das Prinzip ist einfach: Der Berwanger Hof "hängt" am Erdgas - für Christian Berwanger die aktuell am sinnvollsten zu nutzende Energiequelle. Die Gasleitung musste über mehrere Kilometer vom Nachbarort Fischen bis zum Hotel im Niederdorf gelegt werde. Heute versorgt das Gas einen Verbrennungsmotor, der einen Generator zur Stromgewinnung antreibt. Mit diesem Strom kann das Hotel mit Ausnahme wirklich weniger und außergewöhnlicher Spitzen mit Strom versorgt werden. Im Falle eines "Blackouts", d.h. bei Stromausfall, kann die Anlage in den sogenannten "Inselbetrieb" schalten und versorgt das Haupthaus mit Strom. Der Berwanger Hof ist somit autark und kann die Zeit des Stromausfalles überbrücken. Die Sicotronic-Energieoptimierungsanlage regelt dabei den Stromverbrauch. Diese Kombination aus Inselbetrieb und Energieoptimierung ist momentan deutschlandweit einzigartig.

Eine fast schon mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Steuerung sorgt dafür, dass Strom dann abgenommen wird, wenn Strom vorhanden ist und immer so, dass zuerst die wichtigen Abnehmer bedient werden und dann erst "Stromfresser" wie z.B. die Schwimmbadpumpen oder die Saunen. Über 1500 Meter Kabel mussten allein für diese intelligente Steuerung verlegt werden. Aber ohne solch einen Aufwand rückt der Amortisationszeitpunkt für solch eine Anlage zu spät zurück.

Dieses "Strommanagement" und insbesondere die Sicotronic Energieoptimierungsanlage ist für Christian Berwanger das eigentliche Kernstück der innovativen Systemumstellung, denn nur so kann die Leistungsfähigkeit der Anlage optimal genutzt werden. Sollte das Hotel mit seinen 100 Gästen mal trotzdem so viel mehr Strom benötigen als das BHKW liefern kann, dann wird automatisch Strom aus dem öffentlichen Netz gezogen. Produziert die Anlage mehr als benötigt, wird Strom gegen Entgelt ins öffentliche Netz rückgespeist. Die Anlage liefert bis zu 50 kw Strom pro Stunde - und damit nur ganz knapp wenige als ein voll belegtes Hotel zu Spitzenbedarfszeiten abfordert.

So weit schon mal auch gut - aber wirklich interessant und zukunftsweisend wird die Berwanger-Anlage erst durch die komplette Umstellung der Wärmeerzeugung. Heißes Wasser für Heizung, Duschen, Badewannen, Küchen und Schwimmbad wird nahezu ausschließlich über die Abwärme des Verbrennungsmotors gewonnen. Die entstehende Wärme wird abgeführt in und über moderne Wärmetauscher als Kühlung der Anlage wieder zugeführt. Die Hitze bleibt im Tank. Kaum denkbare Spitzen oder Anlagenausfälle können durch zwei Heizungsanlagen (Öl und Gas) abgefangen werden. Insgesamt stehen an Wärmeproduktionskapazität 80 kw/h zur Verfügung. Besonders schön: im Winter wird der Weg in den Heuwirt beheizt, damit er immer eis- und schneefrei bleibt.

Auf den bewährten Ölbrenner mochte Christian Berwanger nicht verzichten: "Wir haben 30000 Liter Ölspeicher, hiermit können wir Mangel- oder Störunszeiten überbrücken." Mit seinen Möglichkeiten ist der Energieexperte noch lange nicht am Ende des Weges angelangt. Wer sich für das Thema interessiert findet im Berwanger Hof-Geschäftsführer einen glühenden Entwickler und stolzen Vorführer. Führungen durch die Energie-Katakomben des Hauses finden regelmäßig statt. "Energie ist ein Thema, das letztendlich auch Rentabilität und sogar die Möglichkeiten der Preisgestaltung angeht. Wer sein Haus ökonomisch sinnvoll führen will, muss sich der ökologisch wichtigen Aufgabe des Energiemanagements einfach stellen, sonst frisst einen der Energiehunger des eigenen Hauses irgendwann auf!"

Für die Umwelt

  • Anstelle von einer Wärmeversorgung mit Heizöl haben wir auf umweltfreundliches Erdgas umgestellt. Das Erdgas betreibt unser Blockheizkraftwerk, wo es in Strom und Wärme umgewandelt wird. Die Wärme wird genutzt, um unser Wasser und z.B. auch das Schwimmbad zu heizen. Den Strom verbrauchen wir selbst, Überschüsse werden ins Netz eingespeist.
  • Optimales Energiemanagement – Unsere Energieoptimierungsanlage regelt intelligent den Verbrauch aller „Strom-Großverbraucher“, so wird die Spitzenlast um ca 60% gesenkt.
  • Wir waschen selbst – und ersparen der Umwelt und unserer Wäsche lange Fahrten in die nächste Großwäscherei. Außerdem können wir den Waschmittelverbrauch selber regeln und wirklich auch nur die Menge an Waschmittel, Chlor usw. verwenden, die unbedingt benötigt wird. So vermeiden wir eine unnötige Belastung der Umwelt.
  • Unsere Menüs werden durch Kräuter aus dem eigenen Kräutergarten verfeinert.
  • Wir achten darauf, regionale Produkte von lokalen Händlern zu beziehen.
  • Vom Schreiner bis zum Fliesenleger: wir arbeiten ausschließlich mit regionalen Handwerksfirmen zusammen.
  • Im AlpenSpa setzen wir auf Naturkosmetik von „Pharmos Natur“. Diese Firma lässt seine Rohstoffe (z.B. die Aloe Vera Pflanze) nach streng ökologischen Richtlinien bei Kleinstbauern anbauen (Fair Trade).